Beantragung Baukindergeld wird verlängert bis 31.03.2021

Gute Nachrichten für viele, die noch Baukindergeld beantragen möchten: Das Baukindergeld für die erstmalige Anschaffung von Wohneigentum wird um drei Monate verlängert. Bauwillige Familien können die staatliche Unterstützung von bis zu 12.000 Euro pro Kind also noch bis 31. März 2021 beantragen.

Konkret bedeutet dies, dass innerhalb dieser Frist eine Baugenehmigung oder ein Kaufvertrag vorgelegt werden kann. Das Baukindergeld wurde 2018 eingeführt, um Familien beim Kauf / Bau ihres ersten Wohneigentums zu entlasten. Die staatliche Unterstützung erstreckt sich über zehn Jahre (also maximal 1.200 Euro pro Kind und Jahr). Das lohnt sich: bei 2 Kindern zahlt der Staat bis zu 24.000 € Zuschüsse. Übrigens haben in den vergangenen drei Jahren mehr als 230.000 Familien Baukindergeld beantragt.

Baukindergeld
Das bisherige Baukindergeld wird verlängert bis zum 31.03.2021 beim Bau oder Kauf eines Hauses. Foto: holzbauwelt.de

Bisher galt: Die Baugenehmigung, der frühestmögliche Baubeginn oder der Kaufvertrag musste spätestens am 31.12.2020 datiert sein. Diese Frist für die Beantragung von Baukindergeld wird verlängert bis zum 31.03.2021.

Voraussetzungen für die Beantragung von Baukindergeld

Sie haben in diesem Jahr ein eigenes Zuhause für Ihre Familie gekauft oder gebaut und sind schon eingezogen? Oder Sie haben es bald vor? Dann können Sie vom Baukinder­geld profitieren.

Das Baukinder­geld ist ein staatlicher Zuschuss, den Sie nicht zurück­zahlen müssen. Der Zuschuss soll es Familien mit Kindern und Allein­erziehenden leichter machen, ein eigenes Haus oder eine Eigentums­wohnung zu finanzieren. Pro Kind erhalten Sie 12.000 Euro, ausgezahlt in 10 jährlichen Raten zu je 1.200 Euro.

Die Voraussetzungen für Ihre Förderung:

  • In Ihrem Haushalt leben Kinder unter 18 Jahren für die Sie oder Ihr Partner Kindergeld erhalten.
  • Ihr Haushaltseinkommen beträgt maximal 90.000 Euro pro Jahr bei einem Kind plus 15.000 Euro für jedes weitere Kind.
  • Sie haben frühestens am 01.01.2018 den Kaufvertrag unter­zeichnet oder die Baugenehmigung erhalten.
  • Ihr neues Zuhause ist zum Stichtag  Ihre einzige Wohn­immobilie.

Beachten Sie bitte die neuen Produktbedingungen ab 22.01.2021, die Sie im Merkblatt auf www.kfw.de/baukindergeld unter „Formulare und Downloads“ finden.

Für eine reibungslose Bearbeitung Ihres Antrags bittet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Ihren Baukindergeldantrag erst ab dem 22.01.2021 zu stellen, wenn Sie zum Beispiel den Kaufvertrag zwischen dem 01.01.2021 und 21.01.2021 unterzeichnet haben und bereits eingezogen sind.

 

Was ist ein Niedrigstenergiegebäude beim Neubau?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) regelt, dass Gebäude nur als Niedrigstenergiegebäude errichtet werden dürfen. Das GEG ist ein Instrument für den Klimaschutz und zum Energiesparen. Niedrigstenergiegebäude müssen also eine sehr gute Gesamtenergieeffizienz beim Neubau aufweisen.

Entscheidend ist, dass die zu bauenden Niedrigstenergiegebäude einen sehr geringen Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung aufweisen. Der Gesamtenergiebedarf muss außerdem zu einem wesentlichen Anteil mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Gut gedämmte Holzfertighäuser mit erneuerbarer Energie für den Strom- und Wärmebedarf erfüllen den Baustandard für ein Niedrigstenergiegebäude am einfachsten.

Erneuerbare Energien sorgen beim Hausbau für ein Niedrigstenergiegebäude

Erneuerbare Energien, häufig auch als regenerative oder alternative Energien bezeichnet, sind Energieträger, die nahezu unendlich verfügbar sind oder sich in vergleichsweise kurzer Zeit erneuern. Im Gegensatz dazu gibt es die fossilen Energieträger, wie Erdöl, Erdgas oder Kohle, die nicht erneuerbar sind und die Klimabilanz belasten. Damit ist die Verwendung regenerativer Energien sowohl ein Weg, der zunehmenden Verknappung der fossilen Energien zu begegnen, als auch eine Alternative zur Atomenergie und der klimaschädlichen Verbrennung von Kohle.

Das GEG ist die rechtliche Grundlage zur Erlangung der Energieeffizienz von Gebäuden. Allerdings wurden die Anforderungen aus der Energieeinsparverordnung (EnEV 2016) lediglich übernommen ohne auf die vielfältigen Forderungen nach einem verstärkten Klimaschutz beim Hausneubau einzugehen.

Niedrigstenergiegebäude
Niedrigstenergiegebäude als Holzfertighaus bauen lassen. Foto: Keitel Haus

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zum Beispiel bemängelt, dass die Anforderungen des GEG nicht ausreichen, um bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Dafür sei es nötig, dass der gesamte Gebäudebestand nach Sanierungen durchschnittlich einem KfW-Effizienzhaus 55 entspricht. Der Primärenergiebedarf dürfte also nur 55 Prozent der Anforderungen des GEG betragen. Neubauten müssten laut DUH sogar mindestens den Standard für ein KfW Effizienzhaus 40 erfüllen.

Sie möchten ein Niedrigstenergiegebäude als Holzfertighaus bauen lassen?

Das KfW-Programm 153 Energieeffizient Bauen unterstützt Sie beim Ersterwerb oder Neubau eines KfW-Effizienzhauses 55, 40 oder 40 plus. Beim Neubau sind die Bau- und Baunebenkosten (ohne Grundstückskosten) sowie die Kosten der Beratung, Planung und Baubegleitung förderfähig. Beim Kauf wird der Kaufpreis für das Wohngebäude (ohne Grundstückskosten) gefördert. Der Kredit übernimmt 100 Prozent der Baukosten, jedoch maximal bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit.

Bei Nachweis des erreichten Effizienzhaus-Niveaus wird zusätzlich ein Tilgungszuschuss gewährt. Beim Effizienzhaus 40 Plus beträgt dieser 25 Prozent der Darlehenssumme (also maximal bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit). Für ein Effizienzhaus 40 sind es 20 Prozent (bis zu 24.000 Euro pro Wohneinheit). Und für ein Effizienzhaus 55 beträgt der Tilgungszuschuss 15 Prozent (bis zu 18.000 Euro pro Wohneinheit). Das Programm 153 unterstützt Sie auch bei der Umwidmung unbeheizter Nicht-Wohngebäude, zum Beispiel Scheunen, zu einem Wohngebäude. Eine Übersicht der Hersteller für energieeffiziente Holzfertighäuser gibt es auf dem Ratgeber-Portal Holzbauwelt.de.

Mit Holz bauen für den Klimaschutz

Energieeffizient und klimaschonend mit Holz bauen ist eine wirkliche Alternative zum herkömmlichen Bauen mit anorganischen und endlichen Baustoffen wie z.B. Mörtel und Beton. Die Politik dreht an vielen Stellschrauben, um das Klima zu schützen. Beim Wohnungsbau wäre noch Potenzial, sowohl im Einfamilienhausbau wie auch im Mehrfamilienhausbau. Auch im Gewerbebau setzen verantwortungsvolle Firmen mittlerweile auf den Baustoff Holz.

Den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad Celsius und möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, sieht das Abkommen von Paris vor. Landbasierte Klimaschutzmaßnahmen, vor allem Aufforstung, Wiederaufforstung und das Vermeiden von Entwaldung, können wesentlich dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. Denn Bäume entziehen der Atmosphäre durch den Aufbau von Biomasse das Treibhausgas CO2 und bekämpfen dadurch die Erderwärmung.

Wenn von einem Holzhaus die Rede ist, kommen vielen Menschen zunächst Fachwerkhäuser oder Berghütten in den Sinn – nicht aber, dass es sich dabei um eine hochmoderne Bauweise handeln könnte. Die modernen Holzwerkstoffe konkurieren längst mit Stahl, beton und Zement. Dabei wäre es durchaus im Interesse des Klimaschutzes, vermehrt auf Holz als Baustoff zu setzen. Denn die Welt erlebt einen Bauboom, und die Betonproduktion sorgt für reichlich CO2-Emissionen.

Holz
Wer mit Holz baut, schützt das Klima nachhaltig. Foto: Fullwood Wohnblockhaus

Holz hingegen ist nicht nur ein nachwachsender Rohstoff; Bäume fungieren außerdem als Kohlenstoffspeicher, da sie CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen und einlagern. In Deutschland werden jedoch bislang nur 18 Prozent der Gebäude aus Holz errichtet. Dabei könnte die Klimabilanz des Bausektors wesentlich besser ausfallen, wenn man den Anteil erhöhen würde, wie Prof. Dr. Annette Hafner mit ihrem Team vom Lehrstuhl für Ressourceneffizientes Bauen der Ruhr Universität Bochum zeigte.

In einer 2017 veröffentlichten Studie rechneten die Ingenieurinnen und Ingenieure vor, wie viel CO2 man einsparen könnte, wenn man 55 Prozent der Einfamilienhäuser und 15 Prozent aller Mehrfamilienhäuser zwischen 2016 und 2030 aus Holz erbauen würde. Das Ergebnis beläuft sich auf 23,9 Millionen Tonnen CO2-Ersparnis, denn Holzgebäude dienen als CO2-Senke. Eine Auswahl an Holzhaus-Hersteller für klimfreundliche Holzhäuser finden Sie auf dem Ratgeber-Portal Holzbauwelt.de. Holzhäuser erfüllen mühelos die bezuschussten KfW-Standards für energieeffizientes Bauen.

Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) gilt ab 1. November 2020

Das neue Gebäudeenergiegesetz enthält Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden, die Erstellung und die Verwendung von Energieausweisen sowie an den Einsatz erneuerbarer Energien in Gebäuden. Zweck dieses Gesetzes ist ein möglichst sparsamer Einsatz von Energie in Gebäuden einschließlich einer zunehmenden Nutzung erneuerbarer Energien zur Erzeugung von Wärme, Kälte und Strom für Betrieb von Gebäuden.

Das GEG tritt am 1. November 2020 in Kraft. Das bisherige Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die bisherige Energieeinsparverordnung und das bisherige Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) treten mit dem Inkrafttreten des GEG außer Kraft.

Mit dem GEG werden der Koalitionsvertrag, die Beschlüsse des Wohngipfels 2018 sowie die in den Eckpunkten für das Klimaschutzprogramm 2030 beschlossenen Maßnahmen in Bezug auf das Energieeinsparrecht für Gebäude umgesetzt.

Wie das bisherige Energieeinsparrecht für Gebäude enthält das neue GEG Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden, die Erstellung und die Verwendung von Energieausweisen sowie an den Einsatz erneuerbarer Energien in Gebäuden.

GEG
Holzfertighäuser gelten als Niedrigstenergiegebäude nach dem neuen GEG

Durch das GEG werden EnEG, und EEWärmeG in einem modernen Gesetz zusammengeführt. Es wird ein einheitliches, auf einander abgestimmtes Regelwerk für die energetischen Anforderungen an Neubauten, an Bestandsgebäude und an den Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteversorgung von Gebäuden geschaffen.

Holzfertighäuser sind Niedrigstenergiegebäude nach dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Die europäischen Vorgaben zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden werden vollständig umgesetzt und die Regelung des Niedrigstenergiegebäudes in das vereinheitlichte Energieeinsparrecht integriert. Das aktuelle energetische Anforderungsniveau für Neubauten und Sanierung wird nicht verschärft. Weitere Steigerungen der Bau- und Wohnkosten sollen vermieden werden.

Entsprechend dem Klimaschutzprogramm 2030 und dessen Maßgaben wurde in das GEG eine Klausel zur Überprüfung der energetischen Anforderungen an Neubau und Gebäudebestand im Jahr 2023 aufgenommen.

Im Sinne des neuen Gebäudeenergiegesetzes ab 1. November 2020 ist ein „Niedrigstenergiegebäude“ ein Gebäude, das eine sehr gute Gesamtenergieeffizienz aufweist und dessen Energiebedarf sehr gering ist und, soweit möglich, zu einem ganz wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden soll.

Holzfertighäuser sind Niedrigstenergiegebäude und werden aus dem nachwachsenden und ökologischen Rohstoff Holz hergestellt. Mit einer Wärmepumpe, Solaranlagen oder Fotovoltaikanlage werden diese Häuser zu einem von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geförderten KfW Effizienzhaus.

Quellen: BMI Bund, Portal Holzbauwelt.de

KfW-Effizienzhaus-Standard im Neubau

Für energiesparende Gebäude gibt es einen Orientierungsmaßstab: den KfW-Effizienzhaus-Standard. Je höher und somit besser dieser Standard ist, umso weniger Energie brauchen Sie und umso höher ist der Wert Ihres Hauses.

Energieeffizienz bei Neubauten ist ein wichtiger Bestandteil der Energiewende und wird deshalb staatlich gefördert. Wie hoch Ihre finanzielle Unterstützung ist, hängt davon ab, wie hoch der KfW-Effizienzhaus-Standard des Neubaus ist.

Was ist der KfW-Effizienzhaus-Standard?

Der KfW-Effizienzhaus-Standard setzt sich aus 2 Kriterien zusammen: Wie hoch ist der Gesamtenergiebedarf der Immobilie? Und wie gut ist die Wärmedämmung der Gebäudehülle? Das wird mit den Werten Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust angegeben.

KfW-Effizienzhaus-Standard
Holzfertighäuser entsprechen dem energieeffizienten KfW-Effizienzhaus-Standard. Foto: Keitel Haus

Der Primärenergiebedarf gibt an, wie viel Energie Sie durchschnittlich für Heizen, Lüften, Warmwasserbereitung verbrauchen. Er berücksichtigt nicht nur, was im Haus benötigt wird, sondern den gesamten Energieaufwand auch für vorgelagerte Prozesse um z. B. Strom, Gas oder Fernwärme ans Gebäude anzuliefern.

Der Transmissionswärmeverlust beschreibt, wie viel Wärmeenergie bei einer beheizten Immobilie über die Gebäudehülle nach außen verloren geht. Eine gute Wärmedämmung und moderne Wärmeschutzfenster ermöglichen niedrigste Werte und geringe Wärmeverluste.

Die KfW-Effizienzhaus-Standards 40, 40 plus und 55 im Neubau

Die Werte 40, 40 plus und 55 definieren den unterschiedlichen KfW-Effizienzhaus-Standard. Je kleiner der Wert ist, desto geringer ist der Energiebedarf der Immobilie und desto mehr Förderung erhalten Sie. Als Referenz dient ein KfW-Effizienzhaus 100, das den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) entspricht.

Ein Beispiel: Im Vergleich zum Referenzgebäude der EnEV benötigt das Effizienzhaus 55 nur 55 % der Primärenergie. Zudem liegt der Transmissionswärmeverlust bei nur 70 %. Der bauliche Wärmeschutz ist somit um 30 % besser.

Übrigens: Der gesetzliche Neubaustandard liegt bei 75 % vom Niveau des Referenzgebäudes. Somit erhalten Sie für Ihr Gebäude die Einstiegsförderung für ein KfW-Effizienzhaus 55 schon dann, wenn Sie Ihr Gebäude nur ca. 25 % besser bauen als die Mindestanforderungen, die von der EnEV vorgegeben werden.

Fazit: Die KfW fördert den Neubau von energieeffizienten Holzfertighäusern, die den KfW-Standards 55, 40 oder 40 plus entsprechen. Eine Auswahl an KfW geförderten Holzfertighäusern finden Sie auf dem Ratgeber-Portal Holzbauwelt.de. Weitere Informationen zum abgebildeten Holzfertighaus von Keitel Haus gibt es hier.

Gebäudeenergiegesetz verabschiedet Mindestenergiestandard im Neubau

Der Bundesrat hat am 3. Juli 2020 das so genannte Gebäudeenergiegesetz (GEG) gebilligt. Der Bundestag hatte am 18.6.2020 den Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts für Gebäude“ beschlossen.

Das Gesetz wird nun über die Bundesregierung dem Bundespräsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt. Danach kann es im Bundesgesetzblatt verkündet werden. Drei Monate später soll das GEG voraussichtlich zum 1. Oktober 2020 in Kraft treten.

Das Gebäudeenergiegesetz gehört zum Klimaschutzprogramm der Bundesregierung und soll dazu beitragen, den Primärenergiebedarf von Gebäuden zu minimieren. Für die energetischen Anforderungen von Neubauten und Bestandsgebäuden gelten künftig einheitliche Regelungen. Bislang galten Energieeinsparverordnung (EnEV), Energieeinspargesetz (EnEG) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) ordnungsrechtlich „nebeneinander“.

Gebäudeenergiegesetz regelt auch die Vorgaben zum Niedrigstenergiegebäude

Mit dem Gebäudeenergiegesetz werden die europäischen Vorgaben zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden umgesetzt und die Regelung des Niedrigstenergiegebäudes in das vereinheitlichte Energieeinsparrecht integriert. Die aktuellen energetischen Anforderungen für den Neubau und den Gebäudebestand gelten fort. Der eingeführte Mindest-Energiestandard für Gebäude von KfW 70 ist vielen Experten zufolge viel zu schwach. Um die Klimaziele der Bundesregierung bis 2050 zur Klimaneutralität zu schaffen, wäre ein Mindestenergiestandard von KfW 55 (entspricht dem Passivhausstandard) beim Neubau erorderlich gewesen.

Gebäudeenergiegesetz (GEG)
Holzhaus mit Solaranlage erfüllt leicht den Mindeststandard vom Gebäudeenergiegesetz 2020. Foto Sonnleitner Holzbauwerke

Anlagentechnik und Austauschprämie für Ölheizungen im neuen Gebäudeenergiegesetz

Erreicht werden sollen die Energieeinsparungen durch eine effiziente Anlagetechnik und einen energetisch hochwertigen baulichen Wärmeschutz. Der verbleibende Energiebedarf soll zunehmend durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Der Gesetzesbeschluss schreibt vor, wie sie zur Wärme- und Kälteversorgung einzusetzen sind.

Außerdem sieht er ein Einbauverbot für Ölheizungen ab 2026 vor und bestimmt, dass Gas- und Ölheizungen, die seit 1991 eingebaut oder aufgestellt wurden, nur 30 Jahre lang betrieben werden dürfen. Für diejenigen, die ihre alte Ölheizung durch ein klimafreundlicheres Modell ersetzen lassen, gibt es eine Austauschprämie.

Fazit: Gelungen ist die Zusammenführung von drei nebeneinander stehenden Gesetzen zum neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG). Integriert wurden die europäischen Vorgaben zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden und die Regelung des Niedrigstenergiegebäudes für Deutschland. Vertan wurde jedoch die Chance einen höheren Mindestenergiestandard für Neubauten festzulegen, um ernsthaft die erforderlichen Klimaziele zu erreichen. Heutige Häuslebauer sind gut beraten, sich an den KfW-Energiestandards für den Neubau zu orientieren. Sollte der jetzt festgelegte Mindestenergiestandard in naher Zukunft verschärft werden, sind sie mit den höheren KfW-Energiestandards auf der sicheren Seite.

Hier eine Übersicht und Auswahl an Holzhäusern und Fertighäusern, die den KfW-55-Energiestandard erfüllen.

Neues Gebäudeenergiegesetz setzt auf KfW-70 Standard im Neubau

Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurde zur Vereinheitlichung des Energieeinsparrechts für Gebäude vom Bundestag am 19. Juni 2020 verabschiedet. Es soll künftig alle gesetzlichen Vorgaben im Bereich Gebäude und Erneuerbare Energien zusammenfassen. Stimmt der Bundesrat Anfang Juli dem Gesetz zu, kann es Anfang Oktober 2020 in Kraft treten. Verpflichtend würde dann der Energiestandard KfW 70 beim Neubau gelten.

Die Verbesserung der Energieeffizienz im Gebäudebereich ist ein wichtiger Baustein der Energiewende und für den Klimaschutz. Das Energieeinsparrecht und energetische Anforderungen an Gebäude, die dem Stand der Technik entsprechen und wirtschaftlich machbar sind, leisten einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung und zu einer weiteren Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte.

Zusammenführung von EnEG, EnEV, EEWärmeG zum neuen Gebäudeenergiegesetz

Für die energetischen Anforderungen an Gebäude gelten derzeit zwei Regelwerke. Das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) enthält bau- und anlagentechnische Anforderungen an Gebäude. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) bestimmt, dass bei neuen Gebäuden sowie bei Bestandsgebäuden der öffentlichen Hand erneuerbare Energien zu Wärmezwecken in einem festgelegten Umfang zu nutzen sind. Das Nebeneinander dieser Regelwerke hat zu Schwierigkeiten bei Anwendung und Vollzug geführt, zumal die beiden Regelwerke nicht vollständig aufeinander abgestimmt waren.

Gebäudeenergiesetz
Holz-Fertighäuser sind nach dem Gebäudeenergiegesetz energieeffizienter als KfW 70. Foto: Keitel Haus

Zudem verpflichtet die EU-Gebäuderichtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden die EU-Mitgliedsstaaten, sicherzustellen, dass ab 2021 alle neuen Gebäude als Niedrigstenergiegebäude ausgeführt werden. Für Nichtwohngebäude der öffentlichen Hand gilt diese Pflicht schon ab 2019.

Mit dem Gebäudeenergiegesetz zum KfW 70 Standard beim Neubau werden die europäischen Vorgaben zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden umgesetzt und die Regelung des Niedrigstenergiegebäudes in das vereinheitlichte Energieeinsparrecht integriert. Die aktuellen energetischen Anforderungen für den Neubau und den Gebäudebestand gelten fort.

Gebäudeenergiegesetz mit KfW 70 versus KfW 55/40/40plus-Standards beim Neubau

Nach wie vor gelten die Energiestandards der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die weit über den Ansatz vom Energiestandard KfW 70 hinausgehen. Und das mit gutem Recht. Vorrangig soll beim Bauen von Fertighäusern und Holzhäusern möglichst viel Energie eingespart werden, im günstigsten Fall sogar ein Energie-Plus wie beim Plusenergiehaus erzeugt werden.

Die KfW-Effizienzhaus-Standards orientieren sich an der Energieeinsparverordnung (EnEV) aus dem Jahr 2016. In Zukunft gilt für private Bauten ausschließlich der KfW-70-Standard beim Neubau als Mindest-Energiestandard. Dieser verbraucht 45 kWh je m² und Jahr und entspricht einem Energieverbrauch von 70 Prozent im Vergleich zu einem fest definierten Referenzhaus. Dieser Standard ist auch die Minimalförderung durch öffentliche Mittel. Im öffentlichen Bereich gilt ab sofort der KfW-55-Standard mit einem Verbrauch von 35 kWh je m² und Jahr.

Recherchierte Quellenangaben zum verabschiedeten Gebäudeenergiegesetz im Bundestag:

http://dipbt.bundestag.de/extrakt/ba/WP19/2553/255322.html

https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/geplantes-gebaeudeenergiegesetz-ist-schon-jetzt-ein-klimapolitischer-sanierungsfall/

Anmerkung von Sigurd Maier, Inhaber des Ratgeber-Portales Holzbauwelt.de: „Selbst der Passivhaus-Standard, der 15 kWh je Jahr und m2 vorschreibt und damit mehr als deutlich unter dem vom Bundestag beschlossenen KfW 70-Standard liegt, verursacht in der Praxis selten mehr als drei bis vier Prozent höhere Baukosten. Ist jedoch beim Energieverbrauch pro m² und Jahr um zwei Drittel günstiger.“

Informationen zu verbrauchsarmen, energieeffizienten Holz-Fertighäusern mit KfW-Förderung erhalten Sie auf dem Ratgeber- Portal Holzbauwelt.de.

Mit Holz gesund in Häusern wohnen

Im Rahmen des Forschungsprojekts HOMERA – Holz – Mensch -Raum untersuchte der Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion der TU München unter Leitung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Stefan Winter in einer Vorstudie das Potenzial der gesundheitlichen Auswirkung von Holz und holzbasierten Produkten im Wohn- und Arbeitsumfeld.

In einer Metastudie wurden mehr als 42 Studien analysiert, die sich mit den Auswirkungen der Verwendung von Holz auf das Raumklima und damit auf den Menschen befassen. Um sie besser miteinander vergleichen zu können, wurden sie den Kategorien Emissionen, Material, Medizin und Wahrnehmung zugeordnet. Alle Studien liefern positive Ergebnisse bezüglich der Frage, ob sich Holz positiv auf das Raumklima und/oder auf den Menschen auswirkt.

Das Projekt Wood2New – konkurrenfähige Materialien aus Holz für den Innenbereich und Systeme für moderne Holzkonstruktionen in 2017 befasste sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Baustoff Holz und dem gesunden Wohnen. Die Holzforschung Austria (Österreichische Gesellschaft für Holzforschung) zeichnete in einer Probandenstudie ein Jahr lang Innenraumluftparameter von sechs Objekten in Massivholzbauweise und sechs Objekten in Holzständerbauweise auf.

Erkenntnisse zu Studien mit Holz und seine Auswirkungen auf Mensch und Raum

  • Auf Kernholz der Kiefer sterben krankenhaustypische Keime schneller ab als auf Kunststoffoberflächen aus Polyethylen und Melamin. Zudem befürworten Patienten und Stationspersonal Holz in Patientenzimmern.
  • Probanden stuften ihre Lebensqualität und die Zufriedenheit mit der eigenen Gesundheit in Objekten in Massivholz- und in Holzständerbauweise als hoch ein.
  • Das Schälen einer Orange setzt mehr Emissionen frei als Holz im Innenraum.
  • Die Bakterienzahlen korrelieren mit der Absorptionskapazität des Holzes. Je mehr Absorption möglich ist, desto kürzer sind die Bakterien nachweisbar.
  • Chemisch unbehandeltes Holz verbessert aufgrund seiner Fähigkeit zur Adsorption und Absorption das mikrobiologische Klima eines Raums.
  • Holz beeinflusst das menschliche Wohlbefinden in Räumen positiv.
  • Natürliche Materialien, die in einem Raum verbaut sind, beeinflussen die Leistungs- und Erholungsfähigkeit positiv.
Bauen mit Holz
Ein modernes Pultdachhaus mit Holz und Photovoltaik bauen / Foto: Keitel Haus

Ziel einer Studie des Lehrstuhls für Holzbau und Baukonstruktion der TU München und eines Allgäuer Fertighaus-Unternehmens in moderner Holzfertigbauweise war es, mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen von Bewohnern von Wohnungen in Holzbauweise zu eruieren. Zudem ging es um deren subjektiven Erfahrungen mit der Holzbauweise. Dazu wurden 282 Kunden des Holzhausherstellers mithilfe eines Fragebogens befragt. Die Mehrheit der Kunden hatte sich bewusst für ein Haus in ökologischer Holzbauweise entschieden.

Insbesondere Aspekte wie Behaglichkeit und gesundheitliche Aspekte standen dabei im Vordergrund. Die Mehrheit hatte keine Vorkenntnisse in Bezug auf flüchtige organische Verbindungen (VOC), die aktuell im Fokus stehen. Jedoch hatten 99 % der Beteiligten Vorkenntnisse zu Formaldehyd. Über die Hälfte der Teilnehmer gab an, dass sie einen positiven Unterschied der Innenraumluftqualität gegenüber einer konventionellen Bauweise empfanden. Holz beeinflusst das menschliche Wohlbefinden also positiv. Teilweise gingen sogar die gesundheitlichen Beschwerden von Vorerkrankungen zurück.

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