Mehr Holzbau für den Klimaschutz

In einem Positionspapier des Arbeitskreises Holzbau im Bund Deutscher Architekten BDA, Landesverband Berlin e.V. wird entschieden auf die Begriffe Klimawandel und Klimakrise Stellung bezogen. Der Verband bezieht eindringlich Stellung für den Holzbau, um der drastischen Klimasituation und der dringenden Wohnraumschaffung Rechnung zu tragen.

Darin heißt es: „Wir befinden uns in einer Klimakatastrophe. Wir Menschen sind für die Erderwärmung, den Meeresspiegelanstieg, die globale Umweltverschmutzung und das dramatische Artensterben verantwortlich.“ Weiter wird darin ausgeführt: „Die Prognosen für das Leben in der Zukunft sind beängstigend! Ökosysteme werden ausgelöscht, ganze Kontinente unbewohnbar. Die gesellschaftlichen und humanitären Herausforderungen sind enorm. Jeder Einzelne wird dies zu spüren bekommen.

CO2-Ausstoß der Betonherstellung belastet Umwelt

Allen ist klar, dass das nur durch die drastische Begrenzung der Emissionen, insbesondere des CO2-Ausstoßes, erreicht werden kann. In den Industrieländern werden bis zu 40 Prozent der Treibhausgasemissionen durch Gebäude und Gebäudetechnik verursacht. Allein die Betonherstellung ist für bis zu 8 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich.

Das Bauen und das Wohnen sind in erschreckend hohem Maße für den Verbrauch von Ressourcen und Energie verantwortlich. Der Anteil am Gesamtenergieverbrauch liegt bei bis zu 60 Prozent! Hinzu kommt ein Anteil von über 40 Prozent am Gesamtmüllaufkommen. Auch der Sandverbrauch zur Betonherstellung ist ein weltweit unterschätztes Problem. Küsten und Flussläufe werden ausgebaggert, der natürliche Küstenschutz wird zerstört – ein Irrsinn angesichts steigender Meeresspiegel.

Klimaschutz
Deutschland investiert in den nachwachsenden Klimaschutz

Der Bund Deutscher Architekten fordert entschieden zu mutigem und klarem Handeln auf. Wir sehen uns gemeinsam mit der Baubranche, den Architekten und Stadtplanern, den Entscheidern in der Politik und den Behörden in der dringenden Verpflichtung, Verantwortung zu übernehmen – auch und vor allem gegen Widerstände der Bremser und Zweifler. Architekten und Stadtplaner haben die gesellschaftliche Verantwortung, eine Zukunft zu entwerfen, die für unsere Kinder bewohnbar bleibt.
Wir sollten den Einsatz klimabelastender Baustoffe wie Beton öfter kritisch hinterfragen. Der Verbrauch von Primärenergie und fossilen Ressourcenmuss dramatisch reduziert werden.

Es ist keine Lösung, schlecht gedämmte Häuser in Korsagen aus Styropor-Dämmplatten zu zwängen. Derart unsinnige Baustoffe werden aus Rohölprodukten hergestellt und müssen eines Tages als Sondermüll teuer entsorgt werden.

Holz als Kohlendioxidspeicher ist beim Klimaschutz klar im Vorteil

Wir vom BDA fordern, das Bauen mit Holz als eines der wichtigsten Lösungskonzepte umfassend zu etablieren – und vor allem: zu fördern! Holz ist „der“ klimaschonende Baustoff der Zukunft, der hilft, die Erderwärmung und somit den Klimawandel zumindest zu verlangsamen. Gebäude müssen selbst zum Kohlendioxidspeicher werden, für eine nachhaltige Zukunft des Bauens stehen und nicht als Klimakiller in die Städte hineinbetoniert werden. Die Vorteile zum Holzhaus bauen überwiegen bei Weitem.

Nur der Einsatz von nachwachsenden und erneuerbaren Rohstoffen in smarten Gebäudekonzepten kann einen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen leisten. Holz ist hierzulande ausreichend vorhanden. Durch eine nachhaltige Forstwirtschaft steht es auch in Zukunft zur Verfügung. Auch der Naturwaldanteil muss gesteigert werden – Wälder in die wenig oder gar nicht eingegriffen wird, sind für unser Ökosystem als CO2-Speicher von großer Bedeutung, dennoch bleiben sie nutzbar und erzeugen sogar Holz in höherer Qualität, bei längeren Nutzungszyklen.

Mehrgeschossiges Bauen mit Holz für mehr öffentliche Bauten

Die Voraussetzungen für das mehrgeschossige Bauen mit Holz sind baurechtlich längst gegeben und in Berlin seit März 2018 in der Bauordnung verankert. Auch die Anforderungen an den Brandschutz sind gewährleistet. Die öffentliche Hand sollte dringend beispielhaft zum Umdenken beitragen und bei Landesbauten wie Schulen, Kindertagesstätten, Verwaltungs- und Kommunalbauten und geförderten Wohnungsbauten auf das Bauen mit Holz setzen.

Auch beim Bauen im Bestand sollte Holz das Material der Zukunft sein. Die holzverarbeitenden Branchen der gesamten Region Berlin-Brandenburg – von Kleinstbetriebenüber mittelständische Unternehmen bis hin zur großindustriellen Fertigung – werden vom Wachstum profitieren und eine neue Baukultur mitgestalten.“

lebt in Stuttgart und betreibt als unabhängiger Holzhaus-Experte aus Leidenschaft verschiedene Blogs und das Portal holzbauwelt.de. Er informiert über Trends im Wohnungs- und Gewerbebau mit dem Baustoff Holz und Fördermöglichkeiten für den privaten Bauherr. E-Mail senden