Mit Holz gesund in Häusern wohnen

Im Rahmen des Forschungsprojekts HOMERA – Holz – Mensch -Raum untersuchte der Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion der TU München unter Leitung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Stefan Winter in einer Vorstudie das Potenzial der gesundheitlichen Auswirkung von Holz und holzbasierten Produkten im Wohn- und Arbeitsumfeld.

In einer Metastudie wurden mehr als 42 Studien analysiert, die sich mit den Auswirkungen der Verwendung von Holz auf das Raumklima und damit auf den Menschen befassen. Um sie besser miteinander vergleichen zu können, wurden sie den Kategorien Emissionen, Material, Medizin und Wahrnehmung zugeordnet. Alle Studien liefern positive Ergebnisse bezüglich der Frage, ob sich Holz positiv auf das Raumklima und/oder auf den Menschen auswirkt.

Das Projekt Wood2New – konkurrenfähige Materialien aus Holz für den Innenbereich und Systeme für moderne Holzkonstruktionen in 2017 befasste sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Baustoff Holz und dem gesunden Wohnen. Die Holzforschung Austria (Österreichische Gesellschaft für Holzforschung) zeichnete in einer Probandenstudie ein Jahr lang Innenraumluftparameter von sechs Objekten in Massivholzbauweise und sechs Objekten in Holzständerbauweise auf.

Erkenntnisse zu Studien mit Holz und seine Auswirkungen auf Mensch und Raum

  • Auf Kernholz der Kiefer sterben krankenhaustypische Keime schneller ab als auf Kunststoffoberflächen aus Polyethylen und Melamin. Zudem befürworten Patienten und Stationspersonal Holz in Patientenzimmern.
  • Probanden stuften ihre Lebensqualität und die Zufriedenheit mit der eigenen Gesundheit in Objekten in Massivholz- und in Holzständerbauweise als hoch ein.
  • Das Schälen einer Orange setzt mehr Emissionen frei als Holz im Innenraum.
  • Die Bakterienzahlen korrelieren mit der Absorptionskapazität des Holzes. Je mehr Absorption möglich ist, desto kürzer sind die Bakterien nachweisbar.
  • Chemisch unbehandeltes Holz verbessert aufgrund seiner Fähigkeit zur Adsorption und Absorption das mikrobiologische Klima eines Raums.
  • Holz beeinflusst das menschliche Wohlbefinden in Räumen positiv.
  • Natürliche Materialien, die in einem Raum verbaut sind, beeinflussen die Leistungs- und Erholungsfähigkeit positiv.
Bauen mit Holz
Ein modernes Pultdachhaus mit Holz und Photovoltaik bauen / Foto: Keitel Haus

Ziel einer Studie des Lehrstuhls für Holzbau und Baukonstruktion der TU München und eines Allgäuer Fertighaus-Unternehmens in moderner Holzfertigbauweise war es, mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen von Bewohnern von Wohnungen in Holzbauweise zu eruieren. Zudem ging es um deren subjektiven Erfahrungen mit der Holzbauweise. Dazu wurden 282 Kunden des Holzhausherstellers mithilfe eines Fragebogens befragt. Die Mehrheit der Kunden hatte sich bewusst für ein Haus in ökologischer Holzbauweise entschieden.

Insbesondere Aspekte wie Behaglichkeit und gesundheitliche Aspekte standen dabei im Vordergrund. Die Mehrheit hatte keine Vorkenntnisse in Bezug auf flüchtige organische Verbindungen (VOC), die aktuell im Fokus stehen. Jedoch hatten 99 % der Beteiligten Vorkenntnisse zu Formaldehyd. Über die Hälfte der Teilnehmer gab an, dass sie einen positiven Unterschied der Innenraumluftqualität gegenüber einer konventionellen Bauweise empfanden. Holz beeinflusst das menschliche Wohlbefinden also positiv. Teilweise gingen sogar die gesundheitlichen Beschwerden von Vorerkrankungen zurück.

lebt in Stuttgart und betreibt als unabhängiger Holzhaus-Experte aus Leidenschaft verschiedene Blogs und das Portal holzbauwelt.de. Er informiert über Trends im Wohnungs- und Gewerbebau mit dem Baustoff Holz und Fördermöglichkeiten für den privaten Bauherr. E-Mail senden