Warum sind Holzhäuser und Holzfertighäuser klimafreundlich?

Klimaschutz und klimafreundliches Bauen müssen einher gehen, um die vorgegebene Emissionsminderung in Deutschland bis 20230 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Des weiteren hat die Bundesregierung im Rahmen des Generationenvertrages für das Klima mit der Änderung des Klimaschutzgesetzes die Klimaschutzvorgaben verschärft und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 in Deutschland verankert.

Im Kampf gegen die Überhitzung der Welt ruft Professor Dr. Hans Joachim Schellnhuber, Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), zu einer »globalen Bauwende und einer Transformation der gebauten Umwelt« auf. Ein neues Bauwesen müsse umgehend auf nachwachsende Rohstoffe setzen. Der Klimaforscher sowie Gründer und Co-Geschäftsführer der Initiative »Bauhaus Erde« zeigt Möglichkeiten auf, wie mit Holz der Weg zu mehr Klimaschutz beim Bau gelingen kann: »Die Rechnung ist simpel«, so Schellnhuber. »Wenn ein Baum wächst, nimmt er das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) auf.

Bauen wir daraus ein Haus, wird nicht nur klimaschädlicher Stahlbeton substituiert, sondern auch CO2 langfristig gespeichert.« Schellnhuber fordert, »die gebaute Umwelt viel stärker ins Visier« zu nehmen. Denn weltweit habe der Gebäudesektor – vom Bauen über Konstruktion und Betrieb bis hin zum Abriss – einen Anteil von rund 40 Prozent an allen Treibhausgas-Emissionen. Und sogar 70 Prozent des Rohstoff- und Ressourcenverbrauchs werden durch den Bausektor verursacht. Es gebe Lösungswege zum Schutz vor Erderwärmung. Schellnhuber fordert, »die Klimakrise mithilfe natürlicher und gemanagter Kohlenstoffsenken zu überwinden – indem neben Landnutzung und Forstwirtschaft auch der Bausektor transformiert wird und in eine neue Ära führt.«

Holzhäuser klimafreundlich
Prof. Schellnhuber fordert die gebaute Umwelt viel stärker ins Visier zu nehmen und plädiert für das Bauen mit Holz. Foto: stock@adobe.com

 

Holzhäuser und Holzfertighäuser gelten als klimafreundlich aus mehreren Gründen:

  1. Nachhaltigkeit: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der im Vergleich zu anderen Baumaterialien wie Beton oder Stahl weniger Energie bei der Herstellung verbraucht. Die meisten Holzarten, die für den Bau von Häusern verwendet werden, stammen aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, in denen Bäume kontrolliert gefällt und wieder aufgeforstet werden.
  2. CO2-Speicherung: Während des Wachstums binden Bäume Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre und speichern es im Holz. Selbst nach der Verarbeitung zu Baustoffen bleibt das CO2 im Holz gespeichert. Indem Holz als Baumaterial verwendet wird, trägt man dazu bei, dass das CO2 über lange Zeiträume gebunden bleibt und nicht in die Atmosphäre freigesetzt wird. Im Gegensatz dazu produzieren die Herstellung von Beton und Stahl erhebliche Mengen an Treibhausgasemissionen.
  3. Energieeffizienz: Holz hat natürliche isolierende Eigenschaften, was bedeutet, dass Holzhäuser dazu neigen, Wärme besser zu halten als Gebäude aus anderen Materialien. Dadurch verringert sich der Energiebedarf für Heizung und Kühlung. Zusätzlich können moderne Holzfertighäuser mit energieeffizienten Technologien wie Wärmepumpen, Solaranlagen und effizienten Dämmungen ausgestattet werden, um den Energieverbrauch weiter zu reduzieren.
  4. Geringe Umweltauswirkungen: Im Vergleich zu herkömmlichen Baustoffen erzeugt die Herstellung von Holz weniger Abfall und Umweltverschmutzung. Holzverarbeitungsbetriebe können Holzreste und -abfälle für die Energieerzeugung nutzen oder sie können zu anderen Holzprodukten weiterverarbeitet werden.
  5. Kreislaufwirtschaft: Holz ist ein Material, das leicht recycelt und wiederverwendet werden kann. Bei Abriss oder Renovierung eines Holzhauses können viele Bauteile und Holzprodukte recycelt oder zur Herstellung neuer Produkte verwendet werden, wodurch der Bedarf an neuen Rohmaterialien verringert wird.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Klimafreundlichkeit von Holzhäusern und Holzfertighäusern auch von anderen Faktoren abhängt, wie zum Beispiel der Art der Forstwirtschaft, dem Transport von Holz und der Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes. Dennoch wird die Verwendung von Holz als Baumaterial im Allgemeinen als umweltfreundliche Option angesehen. Mehr Informationen zum klimafreundlichen Holzhaus bauen gibt es mit dem Link.

lebt in Stuttgart und betreibt als unabhängiger Holzhaus-Experte aus Leidenschaft verschiedene Blogs und das Portal holzbauwelt.de. Er informiert über Trends im Wohnungs- und Gewerbebau mit dem Baustoff Holz für Bauherren, Investoren, Planer im modernen Holzbau. E-Mail senden